Goldjunge Domenic Weinstein

Domenic Weinstein ist Deutschlands bester Verfolger: Dreifacher Deutscher Meister, Rekordhalter und mit vielen Medaillen dekoriert. Aber ein internationales Meistertrikot in der Eliteklasse fehlte bisher noch in seiner Sammlung.  In Glasgow wurde der Traum vom EM-Titel endlich war. Weinstein wurde Europameister in der Einerverfolgung, holte damit das zweite Gold für den Bund Deutscher Radfahrer und die insgesamt achte EM-Medaille.

Bereits in der Qualifikation war Weinstein allen davon gerast, und konnte in der nächsten Runde seinen eigenen deutschen Rekord noch einmal um fast vier Zehntel auf 4:13,073 Minuten unterbieten. „Ich dachte, ich segle davon, es lief perfekt bei mir. Das war ein optimaler Lauf“, sagte er, nachdem er locker ins Finale um die Goldmedaille eingezogen war.

Die Stunden bis zur Entscheidung verbrachte der 23-Jährige mit seinem Teamkollegen und Zimmergenossen Leon Rohde im Hotel. Beide waren schon 2014 gemeinsam Europameister im Madison der U23. Auch Rohde fuhr in Glasgow persönliche Bestzeit, schaffte es in 4:17,878 Minuten auf den achten Platz und feuerte Weinstein im Finale kräftig an. „Er hat mich abgelenkt, denn ich war in der Wettkampfpause doch sehr angespannt“, erzählte Weinstein, nachdem er zum Titel gestürmt war.

2016 gewann er bereits WM-Silber in seiner Paradedisziplin, 2015 war er EM-Zweiter, 2017 Dritter. Jetzt klappte es endlich mit dem Meistertrikot. Und Weinstein schrie seine Freude raus, als er den Zielstrich überfuhr. „Ich habe so lange um dieses Gold gekämpft, den ganzen Nachmittag auf diesen Moment gewartet, da kamen alle Emotionen hoch. Es war einfach ein geiler Tag.“

Zwei Runden vor Schluss habe er „rüber gespickt und gesehen, dass Oliveira langsamer war. Da wusste ich, dass es reichen würde.“  Der Portugiese hatte im Finale keine Chance gegen den Schwarzwälder, der zwar zunächst langsamer unterwegs war, dann aber aufdrehte und im Ziel mehr als zwei Sekunden schneller war. „Aber meine Beine haben mir im Finale ganz schon weh getan.“

Groß war die Erleichterung auch bei Bundestrainer Sven Meyer, der Weinstein optimal auf die EM vorbereitet hatte und der mit dem Gewinn der Goldmedaille auch den verdienten Lohn für seine Arbeit erntete. „Da ist mir schon ein Stein vom Herzen gefallen, dass es geklappt hat,“ sagte Meyer. 

Mit dem weiß-blauen Meistertrikot verließ Weinstein nach der Siegerehrung stolz die Halle und hat es nachts im Bett anbehalten. Heute wird er noch das deutsche Madison Duo Roger Kluge und Theo Reinhardt anfeuern, die als amtierende Weltmeister auch den EM-Titel gewinnen wollen. Am Dienstag geht es nach Hause, wo ihm Villingen-Schwenningen einen stürmischen Empfang bereiten wird, bevor er mit seiner Freundin in den wohlverdienten Urlaub nach Italien aufbrechen wird.

 

zum Bild: Europameister Domenic Weinstein und Bundestrainer Sven Meyer. 

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