Lisa Klein gewinnt Bronze

Lisa Klein hat im dritten Rennen ihre dritte Medaille gewonnen: Die Saarbrückerin, die in Alkmaar ihre erste Straßen-EM in der Eliteklasse bestritt, gewann zwei Silbermedaillen im Einzel- und im Teamzeitfahren und heute Bronze im Straßenrennen hinter der Niederländerin Amy Pieters und Elena Cecchini aus Italien.

„Ich bin super happy mit der Bronzemedaille, ich kann das noch gar nicht glauben. Das war ein langer Weg, ich hätte nicht gedacht, dass es reicht und bin super glücklich, dass ich das so lange durchgehalten habe,“ sagte die 23-Jährige nach dem Zieleinlauf. Das EM-Rennen war von heftigsten Windböen begleitet.

„Im Finale hatte ich nichts mehr übrig. „Ich wusste dass Amy die schnellste ist, habe mich leider nicht ganz so gut positioniert, als es ein letztes Mal über die Brücke ging. Aber was solls, ich werde aus solchen Situationen für die Zukunft lernen und freue mich jetzt erst mal über den Erfolg heute.“

Zusammen mit Pieters und Cecchini war Klein bereits in der dritten von insgesamt zehn Runden dem Feld davongefahren. Das Trio harmonierte gut und baute seinen Vorsprung auf mehr als zwei Minuten aus. Das war auch der Verdienst der deutschen Nationalmannschaft, die in den Verfolgergruppen jede Konterattacke vereitelte. Mit Lisa Brennauer, Charlotte Becker, Romy Kasper, Mieke Kröger oder Trixi Worrack kontrollierten Athletinnen das Feld, die jahrelange Erfahrung haben und Klein den Weg zur Medaille ebneten. Nach der Hälfte des Rennens war es vor allem Mieke Kröger, die sich immer wieder wie eine Lokomotive an die Spitze setzte, aber das Feld ausbremste. In den letzten Runden kontrollierten Becker und Brennauer perfekt. Brennauer schaffte es sogar noch auf den siebten Platz zu sprinten.

Lediglich Kathrin Hammes verlor bei dem extremen Wind irgendwann den Anschluss. Dabei hatte sie dennoch mehr Glück als ihre Teamkollegin Liane Lippert, die bereits in der ersten Runde von einer heftigen Windböe erfasst und gegen die Bande gedrückt wurde und sich dabei schwerste Schürfwunden zuzog und aufgeben musste. „Ich kann mich an nichts erinnern“, sagte sie später.

„Das war heute eine Teamleistung nach dem Lehrbuch“, war Bundestrainer André Korff voll des Lobes über die großartige Mannschaftsleistung der deutschen Frauen in diesem EM-Rennen- Becker, Kröger und Klein waren vergangene Woche noch auf der Bahn in Berlin gefahren und riefen jetzt stsrke Leistungen auf der Straße ab.

 

U23 gingen leer aus
Im Rennen der U23 gingen die Deutschen am Vormittag leer aus. Niklas Märkl aus Queidersbach belegte Platz 18 und war der einzige Nationalfahrer, der das Ziel erreichte. „Ich habe versucht, am Anfang Energie zu sparen, denn es war ein hartes Rennen. Ich fühlte mich aber gut und war sehr motiviert. Im Finale habe ich dann zunächst versucht, das Hinterrad der Italiener zu halten, mich dann aber an den Belgiern orientiert. Als ich merkte, dass ich auf der falschen Seite war, war es zu spät. Da ging es dann nur noch um Schadensbegrenzung“, meinte der 20-Jährige nach dem Rennen.

„Im Prinzip war das Rennen schon nach einer Stunde entschieden. Die Mannschaft hat leider nicht das umgesetzt, was ich vorgegeben hatte,“ meinte Bundestrainer Ralf Grabsch im Ziel.

Neuer Europameister der U23 wurde der Italiener Alberto Dainese, der nach 138 km den Sprint vor dem Dänen Niklas Larsen und Rait Ärm aus Estland gewann.

 

Showdown für Ackermann
Morgen wird um 11.00 Uhr das Rennen der Elite Männer gestartet. Über 173 Kilometer geht es um den EM-Titel, und Pascal Ackermann ist einer der Favoriten. Der Pfälzer vom deutschen Team Bora-hansgrohe kam gestern Abend in Alkmaar an und startet nach der ersten Streckenbesichtigung sehr zuversichtlich ins EM-Rennen. „Ich bin in guter Form, habe eine starke Mannschaft hinter mir und freue mich auf das Rennen, sagte er in Alkmaar.

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