U23 Mannschaft zur Tour de l`Ain

Am Freitag startet erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine deutsche U23-Nationalmannschaft bei einem internationalen Etappenrennen. Das sechsköpfige Aufgebot von Bundestrainer Ralf Grabsch wird sich bei der am Freitag beginnenden Tour de l`Ain in Frankreich mit Fahrern aus zwölf WorldTour-Teams messen. Zuvor unterzogen sich alle Sportler und Betreuer einem Corona-Test.

lm MVZ für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie Koblenz-Mittelrhein in Koblenz unterzog sich die BDR-Nationalmannschaft unter strengen Sicherheitsvorkehrungen heute einem Corona-Test, der für die Teilnahme an der Tour de l`Ain wichtig ist. Mitinhaber des Labors ist Dr. Walscheid, Vater von Radprofi Maximilian Walscheid. Bis zu 1000 Tests wickelt sein Labor täglich ab. 

Anschließend begaben sie sich – getrennt in mehrere Gruppen – nach Konz, nahe der luxemburgischen Grenze, um am Donnerstag weiter nach Frankreich zu fahren. Die Testergebnisse werden ihnen bis heute Abend vorliegen. „Echt unangenehm“, meinte der Deutsche Zeitfahrmeister Miguel Heidemann (Leopard Pro Cycling) nach dem Abstrich. Er gehört neben Johannes Adamietz (Team SKS Sauerland), Dominik Röber (P&S Metalltechnik und den drei rad-net ROSE Fahrern  Jakob Geßner, Henrik Pakalski und Jannis Peter zum BDR-Aufgebot.  Die Fahrer sind in dieser Saison noch nicht zusammengekommen und freuen sich auf den ersten Einsatz. „Ich bin froh, dass wir wieder Rennen fahren können“, sagt Geßner. Einige wenige haben schon ein paar kleinere Events wie das Rennen auf dem Sachsenring am Pfingstmontag unter die Räder genommen, aber viele Vergleichsmöglichkeiten gab es bisher nicht.

Umso härter wird die Bewährungsprobe in der Tour de l`Ain. „Die Werte der Fahrer sind alle gut, sie haben gut trainiert, aber wirklich erkennen können, was sie drauf haben, dazu braucht es doch Wettkämpfe,“ sagt Bundestrainer Grabsch, der vor allem auf der ersten Etappe Chancen sieht, dass der eine oder andere seiner Fahrer mithalten kann. „Die ist – im Gegensatz zu Etappe zwei und drei – nicht zu schwer.

Die Tour de l`Ain wird für Deutschlands Nachwuchstalente eine große Herausforderung, treffen sie doch auf Stars wie die drei Tour-de-France-Sieger Egan Bernal, Geraint Thomas und Chris Froome, auf Giro- und Vuelta-Gewinner Nairo Quintana und die deutschen Top-Profis Tony Martin, André Greipel und Nils Politt. „Das wird Motivation und Ansporn für sie sein,“ freut sich Grabsch, dass der deutsche Verband wieder mit am Start steht. „Über die Einladung sind wir sehr froh.“

Nach der Absage der Tour de l´Avenir musste Grabsch seine Pläne neu schrieben. „Dort hätten sie ihre Leistungspotential aufrufen sollen, darum wiegt die Absage schwer. Für mich ist sie nicht nachvollziehbar“, ärgert sich Grabsch über die verpasste Chance. Weil man außereuropäischen Teams keine Sicherheit garantieren konnte, sagte man lieber alles ab. „Man hätte dann eben nur die Europäer fahren lassen sollen, die ähnliche Hygienestandards haben,“ so Grabsch.

Parallel zur Tour de l`Ain bestreiten die Teams von Sunweb und Lotto-Kernhaus zwei weitere Etappenrennen und haben Nationalfahrer in ihren Teams. „Das ist für uns enorm wichtig im Hinblick auf die Weltmeisterschaft,“ sagt Grabsch, der sich bis dahin noch einige Möglichkeiten erhofft, seine Fahrer im Rennen zu beobachten, um ein schlagkräftiges WM-Team zu nominieren. Die Weltmeisterschaften auf der Straße sind in der letzten September-Woche in der Schweiz geplant. Bereits Ende August finden in Plouay die Europameisterschaften statt. „Dafür zu nominieren, wird sehr schwer,“ weiß der Bundestrainer.

Jetzt schaut er erst mal auf die Tour de l`Ain und hofft, dass sich seine Schützlinge im Konzert der Großen tapfer schlagen.

 

Zum Bild: Jakob Geßner heute beim Corona-Test in Koblenz  Foto: BDR

 

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