In der Altersklasse U23 gab es drei Goldmedaillen: Henric Hackmann vom Bahnteam Rheinland-Pfalz gewann das 1000-m- Zeitfahren und das, obwohl er längere Zeit wegen einer Rückenverletzung pausieren musste. „Nach meiner leidvollen Rückengeschichte ist das ein geisteskrankes Comeback,“ sagte er seiner Heimatzeitung „Die Rheinpfalz“. Mit knapp 60 km/h sauste er über das Oval von Anadia und fuhr in 1:00,49 Minuten persönliche Bestzeit. „Das war nicht abzusehen“, freute sich der 22-Jährige über seinen starken Auftritt bei der EM.
Überragende Athletin in Anadia war Messane Bräutigam (AG Insurance Soudal), die zwei Gold- und eine Silbermedaille mit nach Hause nehmen durfte. Im Scratch der Frauen U23 war sie zu Beginn dieser EM die schnellste und ließ die Italienerin Sara Fiorin und Laura Auerbach aus Dänemark hinter sich. Zuvor hatte Bräutigam mit dem Bahnvierer schon Silber geholt. Die Mannschaft mit Bräutigam, Seana Littbarski-Gray, Hannah Kunz, Pia Grünewald und Selma Lantzsch musste im Großen Finale nur Großbritannien den Vortritt lassen. Am Finaltag trat Bräutigam zusammen mit Fabienne Jährig im Madison an, und das Duo zeigte noch einmal seine Klasse. Souverän fuhren sie einen Rundengewinn heraus, gewannen zwei Wertungen, holten einmal drei Punkte und gewannen den Wettbewerb mit 32 Punkten vor den Niederlanden (25) und Belgien (19).
Über Silber freute sich auch der Männervierer: Moritz Binder, Bruno Kessler, Benjamin Boos, Max-David Briese und Ben Felix Jochum fuhren im Finale 3:54,010 Minuten. Auch hier war Großbritannien schneller und holte Gold.
Im abschließenden Madison der U23 Männer holten Benjamin Boos und Bruno Kessler im letzten Wettbewerb am Sonntag eine weitere Silbermedaille für German Cycling. Das Duo sicherte sich einen Rundengewinn, gewann drei von 16 Wertungen, wurde einmal Zweiter und sechsmal Dritter und hatte damit 53 Punkte auf dem Konto. Das bedeutete Rang zwei hinter den siegreichen Belgiern.
Clara Schneider (Track Team Brandenburg) gewann im 1000-m-Zeitfahren der Frauen U23 die Bronzemedaille. Bereits im Februar jubelte sie bei der Elite-EM in Belgien in der gleichen Disziplin ebenfalls über Bronze.
Der U19-Nachwuchs war in den Kurzzeitdisziplinen in Anadia besonderes stark. Emilia Waterstradt war wie schon bei den deutschen Meisterschaften Anfang Juli in Dudenhofen die erfolgreichste deutsche Athletin. Sie gewann Gold im Sprint, sowie Silber im Keirin und im Teamsprint (mit Amy Weber und Lara Colberg).
Bei den männlichen Junioren gab es zweimal Gold: Leonidas Rekowski gewann das 1000-m-Zeitfahren, Benjamin Bock siegte im Keirin und gewann zweimal Silber, einmal im Teamsprint (mit Rekowski, Maurice Steckel und Finn-Liam Petterson) und ein weiteres Mal im Einzelsprint.
Eine weitere Bronzemedaille für die Junioren holte Julius Porthun im 1000-m-Zeitfahren.
In den Ausdauerdisziplinen konnten beide Junioren-Vierer die Bronzemedaille gewinnen. Bei den Junioren waren das Raul und Hugo Esch, Attila Höfig und Lenny Karstedt; bei den Juniorinnen Paula Gloning, Sophia Schrödel, Julia Servy und Magdalena Leis. Hugo Esch und Attila Höfig begeisterten am Schlusstag mit einer weiteren Bronzemedaille im Madison der Junioren.
Neben den Medaillen gab es fast ein Dutzend weiterer Top-Acht-Platzierungen. „Unser Nachwuchs ist gut aufgestellt. Das lässt für die Junioren-WM im kommenden Monat hoffen und bedeutet auch für die künftige Elite-Generation gute Perspektiven,“ kommentierte der Vize-Präsident Leistungssport, Günter Schabel, das hervorragende Abschneiden der deutschen Athletinnen und Athleten in Anadia.
