Endlich durfte Moritz Augenstein bei einer internationalen Meisterschaft jubeln, und wurde auch noch mit der Goldmedaille belohnt. Zweimal schon musste der Dietlinger passen: Im Herbst letzten Jahres verletzte er sich bei einem Sturz bei einem Kriterium schwer, so dass eine Nominierung für die bevorstehende Weltmeisterschaft nicht erfolgen konnte. Im Januar dann das nächste Unglück: Bei einer Trainingsfahrt auf Mallorca wurde die deutsche Nationalmannschaft, zu der Augenstein gehörte, von einem Auto erfasst und einige Fahrer erlitten schwere Verletzungen. Für Augenstein bedeutete dies, dass ein Start bei der Europameisterschaft in Belgien aussichtslos war.
Nun also durfte das Bahn-Ass endlich jubeln: Bei den Titelkämpfen auf der Radrennbahn in Erfurt wurde das Gespann seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich vor Adam Krenek/Nick Alens (Tschechien) und Filip Prokopyszyn/Tim Biemelt (Polen) durch.
Das Siegerduo hatte sich direkt nach dem Start des 40 km langen Finales von Startposition drei auf eins geschoben und sauste im weiteren Verlauf des Rennens allen davon. Mit Ausnahme der späteren Vize-Meister Krenek/Alens überholten Augenstein/Ertel alle übrigen Gespanne.
„Es ist mein erster EM-Titel, darauf bin ich natürlich besonders stolz. Ich habe mich gut darauf vorbereitet und freue mich, dass ich nach den zwei Rückschlägen in letzter Zeit hier zeigen konnte, was ich drauf habe“, sagte Augenstein nach dem Meisterschaftsrennen.
Felix Groß/Florian Podlesch belegten Rang fünf; Franz Groß/Marcel Möbus kamen auf Rang sechs und Constantin Lohse/Carsten Straßenmann wurden Achte.
Bei den Frauen gab es einen deutschen Doppelsieg: Lena Charlotte Reißner setzte sich mit ihrem Schrittmacher Marcel Möbus vor ihrer Nationalmannschaftskollegin Messane Bräutigam mit Peter Bäuerlein durch. Dritte wurden die Italiener Arianna Fidanza/Christian Dagnoni.
„Das Rennen lief mit Platz eins und zwei perfekt für uns. Ich konnte mir noch etwas fürs Finale aufheben und freue mich mega über meine erste EM-Einzelmedaille“, sagte Reißner nach der Siegerehrung. Und die EM-Zweite Bräutigam meinte: „Ich freue mich, es in die Medaillenränge geschafft zu haben und bin stolz auf die Medaille. Aber am Ende war es knapp; da ärgert man sich natürlich schon erst einmal etwas.“
Das dritte deutsche Gespann im Finale, Olivia Schoppe/Sven Lohse, belegte den achten Platz.
Bei den Stehern holte sich der Ungar Viktor Filutas mit Schrittmacher Peter Bäuerlein den Titel. Das Duo setzte sich schon kurz nach dem Start ab und behauptete seine Spitzenposition bis zum Zielstrich, fuhr ungefährdet zum Sieg.
Dahinter eroberten sich die bisherigen Europameister Reinier Honig/Jos Pronk (Niederlande) die Silbermedaille und Harter/Dippel konnten nach einer spannenden Aufholjagd noch auf den Bronzerang fahren. Andere Paare versuchten zwar noch, das deutsche Gespann zu überholen, aber Harter/Dippel fuhren aufmerksam und ließen sich vom Bronzerang nicht mehr verdrängen.
„Am Anfang war es echt schwer für mich, da nochmal rein zu finden. Aber ich wusste, meine Beine sind ganz gut. Als wir dann aufholen konnten, hatte ich wieder etwas Hoffnung und wir konnten uns auf Rang drei schieben. Vielleicht kamen wir etwas spät, denn es hätte womöglich noch mehr drin sein können, aber ich freue mich natürlich sehr über die Medaille“, sagte Harter nach der Siegerehrung.
Franz Schiewer/Patrick Wolfrum wurden Sechste, Robin Rautzenberg/ Sven Lohse belegten Platz sieben, während Harnisch/Baur das Rennen nicht beendeten.
Trial-Silber für Emilia Keikus
Bei den Trial Europameisterschaften im dänischen Aarhus gewann Emilia Keikus im Rennen der Juniorinnen die Silbermedaille. Cora Lehmann belegte im selben Wettbewerb einen guten sechsten Rang.
Nur knapp einen Podestplatz verpasst hat die mehrfache Weltmeisterin Nina Reichenbach, die hinter Vera Baron, Alba Riera (beide Spanien) und Nina Vabre (Frankreich) den vierten Platz belegte.
Bei den männlichen Junioren verpasste Noah Lämmlein in der Klasse 26 Zoll als Vierter nur knapp die Bronzemedaille; Carl Gustav Christ wurde Sechster. In der Klasse 20 Zoll belegte Dennis Arnold Rang fünf.
In der Eliteklasse der Männer konnte kein deutscher Starter das Finale erreichen.
