Deutsches Team bei Bahn-EM auf Medaillenjagd

Am kommenden Sonntag beginnen die Bahn-Europameisterschaften in Konya in der Türkei. Der deutsche Radsportverband German Cycling (GC) tritt bei den Titelkämpfen vom 1. bis 5. Februar mit einer starken Mannschaft an. Während die Deutschen im Ausdauerbereich in gleich mehreren Disziplinen zum engsten Favoritenkreis zählen, ruhen im Kurzzeit-Bereich die Medaillenhoffnungen bei den Frauen.

Bei den Männern liegt im Ausdauerbereich ein ganz großer Fokus auf der Mannschaftsverfolgung – wenngleich nicht nur, denn auch in den Massenstartdisziplinen gehören die Deutschen mit zu den großen Favoriten und nehmen diese Rolle gerne an. Vergangenes Jahr holte Tim Torn Teutenberg sowohl im Ausscheidungsfahren als auch im Omnium den EM-Titel. Moritz Augenstein tritt als Scratch-Weltmeister in seiner Paradedisziplin an. „Als Weltmeister will Moritz bei der EM natürlich nicht nur um Platz fünf fahren; Tim will seine Titel von 2026 bestätigen“, erklärt Bundestrainer Lucas Schädlich und sagt weiter: „Wir wollen in keinem Rennen nur teilnehmen, um zu sehen was passiert.“ Roger Kluge hat den EM-Titel im Punktefahren im Visier.

In der Mannschaftsverfolgung, bei der Benjamin Boos, Max-David Briese, Felix Groß und Ben-Felix Jochum zum Einsatz kommen werden, gibt Schädlich das Kleine Finale sowie den Deutschen Rekord als Ziel aus. Bislang liegt die deutsche Bestmarke bei 3:48,861 Minuten, aufgestellt bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio. „Wir haben gut und konzentriert gearbeitet. Die Jungs sind extrem motiviert und ambitioniert und wollen zeigen, dass wir uns weiter verbessert haben“, so Schädlich, der Weltmeister Dänemark, Italien mit Superstar Filippo Ganna und Großbritannien in der Favoritenrolle sieht. „Dahinter wird es eng zugehen“, so der Trainer.

Frauen-Bundestrainer André Korff kann weiterhin auf das bewährte Gerüst seiner Vierer-Olympiasiegerinnen von 2021 bauen: Franziska Brauße, Lisa Klein und Mieke Kröger, ergänzt durch Ex-Weltmeisterin Laura Süßemilch. Nach der knappen Niederlage bei der WM im Oktober ist die Zielsetzung klar: „Wir wollen in der Mannschaftverfolgung gewinnen“, sagt Korff deutlich. „In der Vorbereitung ist alles gut gelaufen, alle sind top drauf. Deshalb muss das unser Ziel sein.“ Lea Lin Teutenberg und Lena-Charlotte Reißner wollen in den Massenstart-Wettbewerben angreifen. Teutenberg, die 2024 bereits Vize-Europameisterin im Ausscheidungsfahren war, strebt erneut eine vordere Platzierung an.

Im Kurzzeit-Bereich tritt German Cycling mit Pauline Grabosch, Lea Sophie Friedrich und Nachwuchstalent Clara Schneider an, nachdem Emma Hinze aufgrund ihrer Schwangerschaft pausiert. Bundestrainer Jan van Eijden betont: „Im Teamsprint wollen wir eine Medaille holen, aber gegen die starke Konkurrenz aus den Niederlanden oder Großbritannien ist das keine Selbstverständlichkeit.“ Weitere Hoffnungen liegen auf Friedrich im Sprint und Keirin. „Lea will und wird auch in den Einzeldisziplinen um eine Medaille mitfahren“, sagt Van Eijden.

Für die männlichen Sprinter Maximilian Dörnbach, Nik Schröter und Luca Spiegel ist die Bahn-EM eine Durchgangsstation. „Sie haben ordentlich trainiert, aber die Vorbereitung läuft eher in Richtung Weltcup in Perth und die WM, dem ersten Qualifikations-Turnier für die Olympischen Spiele 2028. Dennoch werden wir bei der EM etwas ausprobieren“, kündigt Van Eijden an.

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