Judith Wolf und Danielle Holzer verteidigten im Radball der Frauen ihren Titel von Bremen erfolgreich. Nur drei Gegentore (davon zwei Ecken) kassierten die Radballerinnen während des gesamten Turniers und es sah fast wie im Schongang aus. 3:0 gewann das deutsche Duo in der Vorrunde gegen die Schweiz, Tschechien schlug man mit 5:1 von der Fläche und zog locker ins Finale ein und siegten auch dort deutlich: 6:1 gegen die Schweiz. Bundestrainer Jörg Latzel sieht „die härteste Konkurrenz im eigenen Land.“ Andere Verbände könnten den (jungen) Sport in gleicher Weise entwickeln. „Aber es ist fix, dass wir auch 2026 und 2027 zum WM-Programm gehören. Wichtig ist, dass die UCI einen langen Atem beweist und der Sportart Zeit gibt, zu wachsen.“ Judith und Danielle jedenfalls setzen ihre (erfolgreiche) Karriere fort.
Das tun Raphael Kopp und Bernd Mlady nicht. Sie beendeten mit einem weiteren verdienten WM-Titel am Ende der Saison ihre Karriere. Im Finale kamen sie gegen Erzrivale Österreich nur in der ersten Halbzeit kurz in der Bredouille. „Aber wir sind bei uns geblieben“, sagte Mlady nach dem erfolgreichen Titelgewinn. „Und einen schöneren Karriere-Abschied kann man sich nicht vorstellen“, ergänzte der Niedersachse Raphael Kopp. Das Duo siegte am Ende mit 6:2.
In der der Vorrunde gewannen Mlady/Kopp in Gruppe A, kamen damit direkt ins Final Four und beendeten diese Zwischenrunde ebenfalls auf Platz eins. Im Finale gegen Österreich (Patrick Schnetzer/Stefan Feurstein) stand es zur Halbzeit 1:1. In der zweiten Hälfte passierte Österreich zwei kapitale Fehler, sodass es schnell 4:1 stand. Damit war die Partie entschieden, endete schließlich mit 6:2 Toren für Deutschland.
Eine erfolgreiche Titelverteidigung feierten auch die Zweier-Kunstradfahrerinnen Henny Kirst und Antonia Bärk, Das Duo war im Zweier der Frauen nicht zu bezwingen, fuhr 143,78 Punkte ein und konnte die Zweitplatzierten, Kim Leah Schlüter und Nele Jodeleit (127,88 Punkte), deutlich distanzieren. Bronze ging an die Schweizer Simona Lucca und Larissa Tanner. Somit war das Podium von Göppingen exakt das gleiche wie vor einem Jahr in Bremen.
Die 28-jährige Henny Kirst war anschließend total im Glück und sprudelte hervor: „Ich konnte das Finale vollkommen gut genießen – die Bedingungen waren hier einfach perfekt!“ Ihre Partnerin Antonia Bärk (27), mit der sie seit 2015 zusammenfährt, vergoss Freudentränen und gestand: „Anfangs hatte ich gar nicht das Gefühl, bei einer WM zu starten, doch dann habe ich plötzlich realisiert: Das ist ja das WM-Finale – und jetzt sind wir wieder Weltmeisterinnen!“ Die Erfolgsliste der beiden, inklusive einer Weltbestleistung mit 146,36 Punkten – hat sich in Göppingen um einen weiteren WM-Titel verlängert.
Im Einer der Frauen holte Jana Pfann das vierte Gold für die Kunstradfahrer. Eigentlich hatte sie das 2025er-Jahr schon abwinken wollen. Probleme und ein nicht optimales Programm – erst die Mama, gleichzeitig Trainerin der 21-Jährigen, gab den Kurs vor. Und dann feierte die Halle Jana als Weltmeisterin im 1er Frauen. „Irgendwann hatte ich mir gesagt: entweder klappt es – oder eben nicht, auch nicht tragisch.“ Und dann das: „Hier kannte ich quasi jeden Zweiten, durfte 100 Autogramme schreiben. Unbeschreiblich.“ Die ‚Trainings Weltmeisterin‘, zwischendurch zur Event-Managerin ausgebildet, stand schon 2022 im ersten Elite Jahr ganz oben, „aber das ist was ganz anderes hier, eine Steigerung um 50 Prozent.“ Für 2026 will sie „ein, zwei Übungen“ hinzufügen.
Die zweite GC-Starterin Vroni Koch hatte während der Kür eine Kontaktlinse verloren – und verpasste das Finale, wurde am Ende sechste.
„Für German Cycling ist diese WM eine Mega-Plattform, den Hallenradsport zu präsentieren. Ein großer Dank gebührt allen Verantwortlichen,“ war GC-Vize-Präsidentin Katharina Schwarz von den Titelkämpfen in Göppingen begeistert.
