Lea Friedrich gewinnt drittes EM-Gold

Die Sportlerinnen und Sportler des BDR haben bei den Europameisterschaften in Grenchen in der Schweiz ihre dominierende Stellung im internationalen Bahnradsport bekräftigt. Mit sieben Gold-, einer Silber- und fünf Bronzemedaillen führten sie nach fünf Wettkampftagen den Medaillenspiegel vor Großbritannien und den Niederlanden an. Lea Friedrich war mit drei Titeln die erfolgreichste deutsche Teilnehmerin dieser EM. Am letzten Wettkampftag gab es noch einmal Gold für Lea Friedrich im Keirin un das Madison-Duo Kluge/Reinhardt verteidigte seinen Titel erfolgreich.

„Das war ein guter Auftakt in die Qualifikations-Serie für die Olympischen Spiele 2024,“ kommentierte BDR-Sportdirektor Patrick Moster die herausragenden Resultate in Grenchen. Bei der Europameisterschaft wurden erste Punkte für die Berechtigung zur Teilnahme an den Olympischen Spielen vergeben. Bereits in der kommenden Woche reist das Team nach Jakarta, wo im ersten Nations-Cup die nächste Qualifikation wartet.

Überragend aus deutscher Sicht waren wieder einmal die Sprinterinnen: Emma Hinze, Lea Friedrich und Pauline Grabosch sowie Alessa Pröpster räumten alles ab: Im Teamsprint siegte das Quartett klar vor Großbritannien, im Sprint feierten Lea Friedrich und Pauline Grabosch einen Doppelsieg, im 500-m-Zeitfahren war niemand schneller als die erfolgreiche Titelverteidigerin Emma Hinze.

Am Schlusstag kam es im Keirin-Finale zum Showdown zwischen der amtierenden Weltmeisterin und Titelverteidigerin Lea Friedrich und Emma Hinze, die 2020 Weltmeisterin im Keirin war. Beide hatten sich souverän ins Finale gefahren, mit Power ihre Vor- und Zwischenläufe gewonnen. Und lieferten sich einen harten Kampf um den Sieg. In der letzten Runde sauste Friedrich an allen vorbei und holte sich den dritten EM-Titel in Folge. Zweimal war sie zuvor schon Europameisterin in der U23-Klasse geworden.

„Ich stand sehr motiviert am Start, weil ich unbedingt meinen EM-Titel im Keirin verteidigen wollte. Ich bin echt glücklich, dass wir das hier so gerockt haben,“ sagte Friedrich nach der Siegerehrung. „Das war eine super Performance bei dieser EM von uns Deutschen. Und wir können mehr als zufrieden sein.“

Emma Hinze sprintete hinter der Britin Emma Finucane auf den dritten Platz und gewann damit ihre dritte EM-Medaille in Grenchen nach jeweils Gold im Teamsprint und 500-m-Zeitfahren. „Es ist echt cool, dass ich in jedem Wettkampf, am dem ich am Start stand, eine Medaille gewinnen konnte. Das hatte ich so nicht erwartet, weil ich nicht so genau wusste, wo ich stehe, wie mein Körper drauf ist. Ich freue mich auch sehr über diese Bronzemedaille im Keirin, weil ich die letzten eineinhalb, zwei Jahre keinen großen Keirin-Wettkampf mehr bestritten habe“, sagte Hinze. „Dass ich die Medaille gewinnen konnte, hat mir viel Selbstvertrauen gegeben.“ 

Aber auch die Männer haben sich in den Kurzzeitdisziplinen gut verkauft: Maximilian Dörnbach gewann Bronze im 1000-m-Zeitfahren. Im Teamsprint verpasste das Trio Dörnbach, Marc Jurczyk und Youngster Luca Spiegel trotz des kurzfristigen Ausfalls von Stefan Bötticher und Nik Schröter nur knapp die Bronzemedaille und belegte Rang vier. „Schon bei der WM im letzten Herbst war mit Platz vier eine Verbesserung zu sehen, was wir jetzt bestätigen konnten,“ sagte Bundestrainer Jan van Eijden zu den Ergebnissen von Grenchen. Weil nur acht Mannschaften im kommenden Jahr in Paris startberechtigt sind, ist jede Top-Platzierung für die Olympia-Qualifikation wichtig.

Auch in den Ausdauer-Disziplinen zeigt der Weg weiter nach oben: Der Frauen-Vierer gewann in der Besetzung Franziska Brauße, Mieke Kröger, Lisa Klein und Laura Süßemilch die Bronzemedaille, obwohl einige Fahrerinnen gesundheitlich angeschlagen waren. In der Einerverfolgung untermauerte Franziska Brauße ihre Klasse. Nach dem WM-Titel, den sie im Oktober in Paris auf der Olympiabahn gewann, holte sie sich auch die EM-Goldmedaille. Titelverteidigerin Mieke Kröger eroberte sich Bronze.

Bei den Männern fährt sich der erst 20-Jährige Tim Torn Teutenberg weiter in die Weltspitze. Der Kölner gewann in Grenchen die Goldmedaille im Ausscheidungsfahren. In der Einer-Verfolgung jubelte Tobias Buck-Gramcko über Bronze, und Roger Kluge verfehlte im Omnium nur ganz knapp Bronze. Der Vierer schaffte es in Grenchen auf den sechsten Platz. Darauf lässt sich aufbauen.

„Die hervorragenden Ergebnisse von München 2022 wurden bei dieser Europameisterschaft eindrucksvoll bestätigt. Es zeigt, dass unsere strategischen Entscheidungen in die richtige Richtung gehen, um in 18 Monaten mit einer optimal vorbereiteten Mannschaft zu den Olympischen Spielen nach Paris reisen zu können,“ sagte BDR-Sportdirektor Patrick Moster in Grenchen.

Am letzten Wettkampftag fielen in Grenchen noch vier Entscheidungen: Neben den Keirin-Wettbewerben der Frauen und Männer – Max Dörnbach und Marc Jurczyk sind in den Hoffnungsläufen am Vormittag ausgeschieden – wurden auch noch die Medaillen im Madison vergeben.

Im allerletzten Wettbewerb dieser EM gab es Standing Ovations für Theo Reinhardt und Roger Kluge, die sich Bei den Männern konnten Titelverteidiger Roger Kluge und Theo Reinhardt mit Großbritannien, Frankreich und den  Niederlanden einen harten und spannenden Kampf um die Medaillen lieferten und am Ende mit dem Sieg der Schlusswertung ihren in München gewonnen EM-Titel erfolgreich verteidigten.

Roger Kluge: „Es gab einige harte Rundenversuche, aber die konnten alle zurückgeholt werden. Man kann also auch ohne Rundengewinn siegen, wie man heute an uns gesehen hat. Ich habe so 60, 80 vor Schluss einen Fehler gemacht. mich einmal verzählt, dafür habe ich hintenraus bezahlt. Ich habe nicht mehr wirklich dran geglaubt, dass wie die Italiener zurückholen. Theo hat mich aber immer wieder gepuscht und die zehn Punkte zum Schluss haben dann noch mal alles klar gemacht.“

Theo Reinhardt: „Es war ein  Ausscheidungsfahren. Jeder hat für sich gekämpft und am Schluss haben die stärksten gewonnen und das waren glaube ich wir heute.  Die Rennen werden immer schneller, es ist nicht mehr so, dass man sich hinten ausruhen kann und dann im Finale nach vorn stoßen kann. Man muss von Anfang an dabei sein, weil man hinten raus wenig gut machen kann. Entweder die Beine reichen oder nicht. In den letzten Runden hatte ich am meisten Spaß, weil meine Beine noch relativ gut waren.“

Bei den Frauen fuhren Franziska Brauße und Lena Charlotte Reißner mit neun Punkten nach einem starken Finale noch auf Platz sieben.

 

Die deutschen Medaillengewinner

Gold
Einerververfolgung F – Franziska Brauße
Teamsprint Frauen – Lea Friedrich, Emma Hinze, Pauline Grabosch, Alessa Pröpster
Sprint Frauen  – Lea Friedrich
500-m-Zeitfahren F – Emma Hinze
Keirin   – Lea Friedrich
Ausscheidungsfahren M  – Tim Torn Teutenberg
Madison M  – Roger Kluge, Theo Reinhardt

Silber
Sprint Frauen  – Pauline Grabosch

Bronze
Einerverfolgung F  – Mieke Kröger
Einerverfolgung M Tobias Buck-Gramcko
Mannschaftsverf. F – Brauße, Kröger, Lisa Klein, Laura Süßemilch
1000-m-Zeitfahren M – Maximilian Dörnbach
Emma Hinze  – Keirin

 

zum Bild: Lea Sophie Friedrich gewann bei der EM in Grenchen drei Goldmedaillen.

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