Silber für Lea Sophie Friedrich

Lea Sophie Friedrich aus Dassow hat am dritten Tag der Bahn-Europameisterschaften in Grenchen Silber im Sprint gewonnen. Es war ihre zweite Medaille bei dieser EM nach Silber im Teamsprint am Eröffnungstag und die insgesamt dritte für den BDR.

Nachdem sich Friedrich (Theed Projekt Cycling) nach der Bestzeit in der Qualifikation locker durchs Turnier fuhr, brauchte sie im Halbfinale gegen die Olympia-Zweite Olena Starykova drei Läufe, um ins Finale gegen die Niederländerin Shanne Braspennincx einzuziehen. Bei den Olympischen Spielen war sie Starykova noch unterlegen, diesmal nicht. Das gab Selbstvertrauen für den Kampf um Gold.

„Das war mental mein härtestes Rennen, weil sie mich bei Olympia geschlagen hat. Als ich den ersten Lauf gegen sie verloren hatte, musste ich echt mit mir kämpfen. Aber ich habe es geschafft und bewundere mich selbst dafür. Das war für mich eigentlich schon mein Finallauf, mein Sieg“, freute sich Friedrich über den Triumph im Halbfinale.

Im ersten Lauf des Finals setzte sich Friedrich an die Spitze, wurde von der Niederländerin aber auf der Zielgeraden abgefangen. Braspennincx war auch im zweiten Lauf die Überlegene. Aber Friedrich durfte über eine weitere Silbermedaille jubeln. Bronze ging an die Französin Mathilde Gros.

„Ich war im Finale sehr, sehr müde und bin happy mit der Silbermedaille. Ich habe alles gegeben und bin sehr zufrieden mit mir. Ich konnte sehr, sehr viel aus diesen Rennen, die ich heute gefahren habe, herausnehmen,“ sagte Friedrich.

Im Sprint-Turnier der Männer können Marc Jurczyk (Turbine Erfurt) und Anton Höhne (RSC Cottbus) nicht mehr in die Medaillenvergabe eingreifen, haben aber eine gute Vorstellung geboten.

„Beide konnten sich locker für die nächste Runde qualifizieren, sind in der Quali unter die Top-Ten gefahren. Höhne hat es mit seinen erst 21 Jahren bis ins Viertelfinale geschafft, das war ein guter Auftritt. Wir durften von beiden keine Wunder erwarten. Diese EM ist absolut top besetzt. Von einem nacholympischen Turnier kann da nicht die Rede sein,“ sagte U23-Bundestrainer Carsten Bergemann.

Im Achtelfinale trafen beide deutschen Fahrer aufeinander, und Jurczyk unterlag seinem jüngeren Teamkollegen, traf im Viertelfinale auf den niederländischen Superstar Harrie Lavreysen, Olympiasieger und amtierender Weltmeister im Sprint und Teamsprint. Gegen ihn hatte der Cottbuser keine Chance. „Aber Anton hat sich sehr gut verkauft,“ lobte Bergemann.
Nico Heinrich und Felix Groß (beide rad-net ROSE) belegten in der Qualifikation der 4000-m Einerverfolgung der Männer die Plätze fünf und sechs und verpassten den Einzug ins Finale nur knapp.

Für Groß war es das vorerst letzte Rennen auf der Bahn, bevor er am 18. Oktober zum ersten Teamtreffen mit seinem neuen Rennstall UAE Team Emirates nach Abu Dhabi aufbricht. Groß musste die 16 Runden ohne Gegner fahren. „Das war ein Nachteil für mich. Die Zeit war gut, aber hätte ich einen direkten Konkurrenten gehabt, vermutlich hätte es dann bis ins kleine Finale gereicht“, sagte der Leipziger, der die 4000 Meter in 4:12,145 Minuten zurücklegte.

Sein rad-net ROSE-Teamkollege Nicolas Heinrich war eine Sekunde schneller und profitierte von seinem Gegner Joao Matias aus Portugal, der viel langsamer unterwegs war und von Heinrich aufgefahren wurde. „Ich bin mehr als zufrieden mit meinem Lauf, denn ich bin bei meiner ersten Elite-EM echt eine tolle Zeit gefahren“, sagte der Sachse, der 2019 bei den Junioren-Weltmeisterschaften in der Mannschaftsverfolgung Weltmeister wurde und bei den Europameisterschaften im selben Jahr den Titel in der Einerverfolgung holte.

Das Scratchrennen der Männer beendete der Berliner Theo Reinhardt (rad-net ROSE) auf Rang zehn.

Im Omnium der Frauen erkämpfte sich Lea Lin Teutenberg (Ceratizit-WNT Pro Cycling Team) Platz sieben. Im abschließenden Punktefahren des Mehrkampfes startete Teutenberg eine Aufholjagd, sammelte Punkte um Punkte und sicherte sich damit die Top-Ten-Platzierung bei dieser EM.

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