Die WM-Bilanz des BDR

Der Bund Deutscher Radfahrer hat bei der Straßen-WM in Belgien eine Gold- und zwei Bronzemedaillen gewonnen. Herausragend war der Erfolg der Mixed Staffel, die mit Nikias Arndt, Tony Martin, Maximilian Walscheid, Lisa Brennauer, Lisa Klein und Mieke Kröger Gold gewannen. Es war das letzte Rennen von Tony Martin, der als einer der erfolgreichsten Straßenfahrer des BDR in die Geschichte eingehen wird. Acht WM-Titel hat der 35-Jährige in seiner Karriere gewonnen.

In den Einzel-Disziplinen zeigten die Elitefahrer vor allem in den Zeitfahren starke Leistungen: Platz fünf (Brennauer) und sieben (Klein) bei den Frauen und Rang sechs (Martin) und elf (Walscheid) bei den Männern unterstreichen das hohe Niveau der deutschen Fahrer, die auch in den Straßenrennen Akzente setzen, aber durch Sturz- oder Verletzungspech nicht in die vorderen Ränge fahren konnten. Lisa Brennauer belegte wie schon 2019 und 2020 Platz neun, Nils Politt wurde 16. „Nils hat mit seiner offensiven Fahrweise überzeugt. Er hat die entscheidende Attacke gefahren, aus der sich letztlich die Spitzengruppe des Tages bildete,“ urteilte BDR-Coach Jens Zemke. Durch Sturz und Defekt mussten John Degenkolb, Maximilian Schachmann und Pascal Ackermann vorzeitig aufgeben. „Wir hatten viel Pech. Es war nicht unser bester Tag,“ so Zemke.

Frauen-Bundestrainer André Korff hatte sich auch mehr erhofft. „Wir waren durch den Ausfall von Mieke Kröger und später auch Liane Lippert gehandicapt. Zwei Leute im Finale waren dann zu wenig, um in die Medaillenränge zu fahren“, sagte Korff.

In den Nachwuchsrennen überzeugten sowohl U23, als auch Junioren und Juniorinnen, die mit sehr offensiver Fahrweise Akzente setzten, auch wenn es beim männlichen Nachwuchs nicht zu einer Medaille reichte. Dafür glänzten die Juniorinnen mit Bronze im Straßenrennen durch Linda Riedmann und ebenfalls Bronze im Zeitfahren durch Antonia Niedermaier. Es waren die Medaillen zehn und elf bei internationalen Meisterschaften in diesem Jahr. Verantwortlich dafür ist Bundestrainer Lucas Schädlich aus Gera, der im dritten Jahr seiner Tätigkeit die Früchte seiner Arbeit ernten konnte.

Die U19-Nationalmannschaft wurde in Belgien auch für ihren zweiten Platz im Nations-Cup der UCI hinter den Niederlanden geehrt. Das hatte es im weiblichen Bereich lange nicht gegeben.

„Wir sind sehr froh, dass unser Nachwuchs international zu den führenden Nationen gehört. Die letzten eineinhalb Jahre waren aufgrund der Corona-Pandemie sehr schwierig, aber wir haben das gut gemeistert,“ sagte BDR-Vize-Präsident Günter Schabel. Er sieht den Grund des Erfolges auch in der beispielhaften Nachwuchsarbeit des Verbandes. „Die Müller – Die lila Logistik Rad-Bundesliga ist ein wichtiges Sprungbrett für unsere Nachwuchsfahrer. Dort können sie sich zeigen und für internationale Aufgaben empfehlen,“ lobt Schabel die Talentschmiede Bundesliga.

Für die Nachwuchs ist die Saison jetzt so gut wie beendet. Die Elitefahrer haben noch drei wichtige internationale Meisterschaften im Oktober im Kalender. Vom 6. bis 9. Oktober findet in Grenchen (Schweiz) die Bahn-Europameisterschaft statt, zwei Wochen später (19. bis 24. Oktober) werden die Medaillen bei der Bahn-Weltmeisterschaft in Roubaix (Frankreich) vergeben. Und am letzten Oktober-Wochenende (29.-31. Oktober) freuen sich die Hallenradsportler auf ihr Heimspiel bei der WM in Stuttgart.

 

Foto: die Juniorinnen-Nationalmannschaft mit Bundestrainer Lucas Schädlich (rechts). Foto: BDR

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