Paul Schehl (Lexware) hat beim Mountainbike-Weltcup im österreichischen Leogang gleich zweimal jubeln können: Am Freitag gewann der 22-Jährige das Short-Track der U23-Klasse und am Sonntag überquerte er auch im Cross-Country als Erster den Zielstrich. Im Short-Track fuhr mit Benjamin Krüger (Singer-KTM) außerdem noch ein weiterer deutscher U23-Mountainbiker aufs Podest.
Bei regnerischen Bedingungen, die die Short-Track-Strecke immer rutschiger machten, diktierten Schehl und Krüger das Tempo, dezimierten die Spitzengruppe, bis nur noch die beiden Deutschen übrig waren. Während sich Schehl in der Schlussrunde absetzte und mit sechs Sekunden Vorsprung gewann, schloss der Spanier Thibaut Francois Baudry noch von hinten auf und schnappte Krüger den zweiten Platz weg. „Es war ein riesiges Rennen von beiden. Und Paul hat keine Zweifel daran gelassen, wer das Rennen gewinnen wird“, freute sich Bundestrainer Marc Schäfer.
Auch im Cross-Country prägten Regen und Matsch das Rennen. Dennoch hatte Schehl bereits in der zweiten Runde alle Konkurrenten abgeschüttelt. Seines Sieges konnte er sich aber noch nicht sicher sein, denn ihm fiel dreimal die Kette herunter, weil sich viel Dreck festgesetzt hatte. „Es war ein mental hartes Rennen. Ich hatte mechanische Probleme in den Runden drei, vier und fünf. Es war schwer für mich, dann jedes Mal wieder aufs Neue weiterzufahren. Aber ich bin stolz darauf, wie ich weitergekämpft habe“, sagte Schehl im Ziel, das er 16 beziehungsweise 31 Sekunden vor den beiden Franzosen Alix Andre-Gallos und Nael Rouffiac erreichte. „Er war heute wieder klar der stärkste“, so Schäfer.
Paul Schehl gehört zu den größten deutschen U23-Nachwuchstalenten auf dem Mountainbike. Dass er nun beide Weltcuprennen am Wochenende für sich entscheiden konnte, bestätigte die bisherigen Leistungen des Deutschen U23-Meisters in dieser Saison: Bereits beim Weltcup in Nove Mesto (Tschechien) hatte Schehl das Short-Track gewonnen. In Yongpyong (Südkorea) war er Zweiter im Short-Track geworden und belegte im Cross-Country den dritten Platz. In den vergangenen Saison war er ebenfalls regelmäßig auf dem Podest zu finden.
Stark präsentierten sich auch David List (Decathlon-Ford) und Luca Schwarzbauer (Canyon), die im Cross-Country in der Elite-Klasse die Plätze fünf und sieben belegten. Kira Böhm (Cube) fuhr im Short-Track der Frauen Elite auf den zehnten Rang.
Im Downhill gab es beim Weltcup in Leogang ebenfalls einen deutschen Podestplatz durch Henri Kiefer (Canyon). Schneller als der Vize-Weltmeister, der mit nur 0,8 Sekunden Rückstand den dritten Platz belegte, waren nur der Kanadier Finn Iles und Amaury Pierron aus Frankreich.
