Leis gewinnt Silbermedaille
Das war ein Auftakt nach Maß bei den Straßen-Europameisterschaften in der Ardeche: Im ersten von insgesamt 13 Wettbewerben gab es die erste Medaille für German Cycling! Magdalena Leis gewann im Einzelzeitfahren der Juniorinnen über 12,2 km in einer Fahrzeit von 18:40,41 Minuten die Silbermedaille.

Nur zwei Sekunden schneller als Leis, die aus Kaiserslautern stammt und für den RSC Linden startet, war die Straßen-Weltmeisterin Paula Ostiz aus Spanien. Die Niederländerin Megan Arens, letzte Woche in Ruanda noch Zeitfahr-Weltmeisterin der Juniorinnen, belegte Rang vier. Die beiden übrigen deutschen Starterinnen, Klara Dworatzek und Leni Bauer fuhren auf die Plätze 16 (1:07 Min.) und 26. (1:40 Min.)

Für Magdalena Leis ist die Silbermedaille der krönende Höhepunkt einer überaus erfolgreichen Saison. Bei den U19-Weltmeisterschaften in Apeldoorn auf der Bahn gewann sie schon Bronze in der Einer-und Mannschaftsverfolgung, war EM-Dritte mit dem Vierer bei der Bahn-EM, ist Deutsche Meisterin in der Einerverfolgung und im Madison und Deutsche Vize-Meisterin mit dem Vierer. Außerdem gewann sie auf der Straße den nationalen Titel im Einzelzeitfahren und ist DM-Zweite im Straßenrennen. Leis ist auch Gesamtsiegerin der Müller – Die lila Logistik Rad-Bundesliga der Juniorinnen.

„Ich wusste, dass die Favoritinnen am Ende kommen. Das war sehr nervenaufreibend, so lange dann auf dem Stuhl zu warten. Am Ende war nur die Straßenweltmeisterin schneller als ich. Es war ein hartes Rennen, der Wind hatte großen Einfluss. Da hieß es nur Kopf runter und Gas geben. Ich bin überglücklich. Es ist meine erste Medaille in einer Einzeldisziplin auf der Straße“, sagte Leis nach der Siegerehrung.

Bei den Junioren fuhr Karl Herzog als bester Deutscher auf einen sehr guten sechsten Platz. Der erst 16-Jährige hatte 1:08 Minuten Rückstand auf den Sieger, Weltmeister Michiel Mouris aus den Niederlanden. Der lieferte sich mit dem Iren Conor Murphy ein Kopf-an-Kopf-Rennen und war nach 24 Kilometern vier Sekunden schneller.

„Ich habe mich gut gefühlt auf dem Kurs, kam auch mit der Radposition gut klar, was im Training noch nicht so optimal lief. Die Umstellung von Kigali habe ich auch ganz gut verkraftet, auch wenn mir ein wenig Schlaf fehlte, weil der Rückflug in der Nacht war. Der Wind aufn der Strecke war heute das schwierigste“, sagte Karl Herzog im Ziel.

Victor Wedekind, der sich im Frühsommer das Handgelenk gebrochen hatte und danach lange pausieren musste, wurde 13. (1:34 Min. zur.), Lenny Karstedt kam als 26. ins Ziel (2:31 Min.).

Top Ten für Czapla und Riedmann

Mit zwei Top-Ten-Platzierungen endete das Zeitfahren der Frauen U23. Justyna Czapla und Linda Riedmann fuhren fast zeitgleich auf die Plätze sechs und sieben, hatten 1:14, bzw. 1:15 Minuten Rückstand auf die neue Europameisterin aus Italien,  Federica Venturelli.

In der ersten Rennhälfte des 24 km langen Einzelzeitfahrens lag Czapla noch hinter Riedmann zurück, konnte dann aber aufholen und am Ende den sechsten Platz belegen.

Justyna Czapla: „Ich habe mich echt gut gefühlt, besser als bei der WM, aber der Wind war brutal. Das kam mir nicht entgegen, da hatte ich zu kämpfen. Die Umstellung von Afrika  auf Europa habe ich aber gut verkraftet.“

Linda Riedmann: „Ich bin echt zufrieden, wie es gelaufen ist. Es war schon ein hartes Rennen. Der Wind war krass, erst von der Seite, dass es dich fast vom Rad gefegt hat, dann von vorn. Den letzten Anstieg eineinhalb Kilometer vor dem Ziel fand ich wieder cool. So was kommt mir entgegen. Lisa Brennauer hat mich im Materialwagen begleitet. Das war auch Klasse, von ihr Kommandos zu bekommen.“

Im Zeitfahren der männlichen U23 fuhren Louis Leidert und Paul Fietzke wie schon in der letzten Woche bei der WM unter die besten 20. Leidert wurde mit 1:11 Minuten Rückstand 14, Fietzke verlor auf den belgischen Sieger Jonathan Vervenne 1:19 Minuten und wurde 15. „Das sind ordentliche Resultate, da kann man nicht meckern,“ sagte Bundestrainer Ralf Grabsch. „Sie waren gut dabei, zur absoluten Spitze fehlt aber noch ein Stück.“

 

 

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