Nach zwei WM-Titeln im Zeitfahren der U23 wollte Antonia Niedermaier in dieser Altersklasse nicht mehr antreten und entschied sich zum Start bei der Elite. Als jüngste Teilnehmerin unter 44 Gestarteten. Schnell fand die Rosenheimerin ihren Rhythmus, spielte ihre Stärke in den Steigungen aus, gleitete routiniert durch die Abfahrten, wo die zarte junge Frau den körperlich stärkeren Konkurrentinnen aber unterlegen war. Nach der ersten Zwischenzeit lag Niedermaier auf Platz fünf, büßte im letzten Drittel noch einen Platz ein und belegte, 1:29 Minuten hinter der überragenden Siegerin Marlen Reusser aus der Schweiz, Rang sechs.
Niedermaier ließ starke Konkurrentinnen wie die zweimalige Zeitfahr-Weltmeisterin Chloe Dygert aus den USA deutlich hinter sich. Die Plätze zwei und drei gingen an die Niederlande: Anna van der Breggen wurde mit 51 Sekunden Rückstand WM-Zweite vor Top-Favoritin Demi Vollering (1:04 Min. zur.)
„Es war heute eine solide Leistung von Antonia, auch wenn sie sich etwas mehr erhofft hatte,“ sagte Bundestrainer Andre Korff nach dem Rennen.
Antonia Niedermaier selbst war nach dem Rennen ein wenig enttäuscht: „Ich hatte heute nicht meinen besten Tag und hatte mehr erwartet. Es war ein superhartes Rennen, es ging ständig rauf und runter, es gab kein flaches Stück. Ich habe es lieber technisch anspruchsvoller, aber trotzdem war es ein guter Auftakt in die WM heute. Ich freue mich jetzt auf die Staffel am Mittwoch, wo wir mit einer starken Mannschaft an den Start gehen werden,“ sagte sie im Ziel.
Dreieinhalb Stunden nach Niedermaier ging Miguel Heidemann ins Zeitfahren der Männer. Heidemann war nach dem Ausfall von Maximilian Schachmann der einzige deutsche Starter und fuhr nach 40,6 km auf Platz 17.
„Ich habe alles auf der Strecke gelassen, kann mir nichts vorwerfen, mehr war nicht möglich. Vielleicht hätte ich am Kopfsteinpflaster-Anstieg noch ein bisschen mehr rausholen können,“ meinte Heidemann im Ziel. „Jetzt freue ich mich auf das Teamrelay am Mittwoch. Das ist meine absolute Lieblingsdisziplin.“
„Das ist das, was wir erwartet hatten. Ich habe keine Fehler gesehen. Er hat alles gegeben,“ sagte der Sportliche Leiter Jens Zemke nach dem Rennen in Kigali.
Alter und neuer Weltmeister ist der Belgier Remco Evenepoel, der den Titel zum dritten Mal in Folge gewann.
