Das knapp 120 Kilometer lange Straßenrennen wurde zu einem Ausscheidungsfahren. Frühe Ausreißversuche gab es kaum, aber an jedem Anstieg fielen einzelne Fahrerinnen zurück, so dass in der Schlussrunde nur noch zwei Dutzend Fahrerinnen die Chance auf eine Medaille hatte, und darunter waren auch die Deutschen.
An der Spitze konnten sich zwei Nationen mit drei Fahrerinnen bis in Finale behaupten: Frankreich und Deutschland. Top-Favoritinnen wie die Britin Cat Ferguson fielen aussichtslos zurück. Die drei Deutschen blieben vorn, waren über lange Zeit aussichtsreiche Podiumskandidatinnen. Als Selma Lantzsch die Kette riss, musste sie zwar das Rad wechseln, fand aber direkt wieder den Anschluss.
Als noch ca. 20 Fahrerinnen in die letzte Runde gingen, hielten die Deutschen weiter mit. Erst am Schlussanstieg war dann die Kraft zu Ende. Es siegte die Französin Celia Gery vor Viktoria Chladonova aus der Slowakei. Linda Riedmann musste an der Schlusssteigung, der Cote de Kimihuhura reißen lassen und kam als Zehnte ins Ziel. Justyna Czapla wurde 16., Selma Lantzsch fuhr auf Rang 18.
Reaktionen:
Linda Riedmann: „ich habe von mehr geträumt, habe bis zur letzten Anstieg auch noch daran geglaubt, dann aber gemerkt, dass ich am Limit war. Wir haben uns lange gegenseitig unterstützt, und die beiden haben mir im Finale noch gut geholfen. Der zehnte Platz war das Maximale, was ich am Ende rausholen konnte.“
Justyna Czapla: „Wir sind als Team echt stark zusammengefahren, waren sehr aktiv und hatten immer ein Auge auf Attacken. Taktisch haben wir ein gutes Rennen gefahren und bis zum Schluss hart gekämpft.“
Selma Lantzsch: „Es war ein hartes Rennen. Mit ist dann in der ersten Runde auch noch die Kette gerissen, und ich musste das Rad wechseln. Im Finale habe ich Linda noch am vorletzten Anstieg nach vorn gefahren, aber danach war für mich dann Schluss.“
Bundestrainer André Korff: „Sie haben alle drei gut gekämpft, Präsens gezeigt, in der Anfangsphase nicht zu viel gemacht. Als es das letzte Mal das Kopfststeinpflaster hinauf ging, waren ihre Kräfte dann zu Ende.“
