Teamsprinterinnen holen EM-Titel zurück – Weitere Medaillen
Lea Sophie Friedrich, Clara Schneider und Pauline Grabosch präsentieren stolz ihre EM-Goldmedaille.Foto: UEC

Am ersten Tag der Bahn-Europameisterschaften in Konya (Türkei) konnte sich der deutsche Radsportverband German Cycling (GC) gleich über einen kompletten Medaillensatz freuen. Herausragend waren die Teamsprinterinnen, die sich den EM-Titel zurückholten. Dazu gab es Silber für Tim Torn Teutenberg (Lidl-Trek) im Ausscheidungsfahren und Bronze für Lena Charlotte Reißner (LKT-Team) im Scratch.

Schon in der Qualifikation zeigten die Teamsprinterinnen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Mit einer Zeit von 46,276 Sekunden fuhren Pauline Grabosch, Lea Sophie Friedrich (beide RSC Cottbus) und die erst 21-jährige Clara Schneider (RSV Finsterwalde) dort die zweitschnellste Zeit und steigerten sich in der Zwischenrunde bei ihrem Sieg gegen Italien auf 45,943 Sekunden, was erneut die zweitbeste Zeit war. Im Finale gegen Großbritannien lag das deutsche Trio zunächst eine halbe Sekunde in Rückstand, doch als Schlussfahrerin konnte Grabosch ihre ganze Erfahrung ausspielen, machte Boden gut und sicherte sich und ihren beiden Teamkolleginnen in 45,710 Sekunden und mit gerade einmal drei Tausendstelsekunden Vorsprung die Goldmedaille.

Bundestrainer Jan van Eijden zeigte sich begeistert von den Leistungen seiner Fahrerinnen: „Clara hat sich bei dieser EM als Anfahrerin noch einmal um vier Zehntelsekunden auf 19,1 Sekunden gesteigert. Lea hat als Zweite die Position verteidigt. Und was Pauline als Dritte abgezogen hat, das war ein anderes Level – das war Weltklasse. Die drei haben super harmoniert und das hat den Sieg ausgemacht. Die Goldmedaille gibt sicherlich einen Boost für die kommenden Tage.“

Maximilian Dörnbach, Nik Schröter (beide RSC Cottbus) und Luca Spiegel (RV Offenbach) belegten im Teamsprint der Männer den fünften Platz. „Das war das, was wir nach dem Training erwartet haben. Mit der Zeit von 42,679 Sekunden in der Zwischenrunde können wir aber zufrieden sein, auch wenn wir noch einen weiten Weg nach vorne haben“, so Van Eijden.

Nach dem EM-Titel im vergangenen Jahr, gab es dieses Mal Silber für Teutenberg im Ausscheidungsfahren. Der 23-Jährige gehörte zu den stärksten Fahrern auf der Bahn und war stets an der richtigen Stelle. Und selbst wenn er mal ins Hintertreffen geriet, war er spurtstark genug, um die Situation zu korrigieren. Am Ende war nur der Däne Tobias Aagaard Hansen schneller. „Ich bin sehr zufrieden mit der Medaille“, sagte Teutenberg, der direkt von der Tour Down Under in Australien zur EM angereist war.

Reißner fuhr ein cleveres Rennen, hielt sich zunächst versteckt. Rund fünf Runden vor Schluss hatte die Belgierin Helene Hesters attackiert und fuhr im Alleingang zum Titel. Im Sprint um Silber und Bronze war Reißner in sehr guter Position und sicherte sich nach EM-Gold hinter dem Derny 2025 eine weitere EM-Einzelmedaille. „Der Rennverlauf kam mir mit meinem Plan auf jeden Fall entgegen. Gerechnet habe ich mit dem Ergebnis nach einer kurzen Erkältung in der Vorbereitung definitiv nicht, aber umso mehr freue ich mich jetzt darüber“, so Reißner.

Auf Medaillenkurs ist auch der deutsche Frauen-Vierer mit Franziska Brauße, Lisa Klein, Laura Süßemilch (alle REMBE | rad-net women) und Mieke Kröger (RV Teutoburg Brackwede). In der Qualifikation fuhr das Quartett in 4:06,509 Minuten Bestzeit und lag rund acht Zehntelsekunden vor Italien auf Platz zwei. Die Männer um Benjamin Boos, Max-David Briese (beide REMBE | rad-net), Felix Groß (Frankfurter RC 90) und Ben Felix Jochum (Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur) kamen in der Vorrunde in 3:49,373 Minuten auf Rang fünf. Die Mannschaftsverfolgung wird sowohl für die Frauen als auch die Männer am morgigen Montag fortgesetzt.

 

Hinweis: Foto ausschließlich zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit diesem Bericht unter Angabe des Fotografen (UEC).

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