Das deutsche Quartett mit Benz, Mauss, Karl Herzog und Zeno Levi Winter fuhr von Beginn an ein sehr offensives Rennen, war in allen Fluchtgruppen vertreten. Vor allem Winter war in der ersten Rennhälfte immer wieder vorn zu finden, machte Tempo, um Ausreißer einzuholen, kontrollierte die Konkurrenz. Auch Benz fuhr stark.
Im letzten Drittel schob sich dann Herzog, dessen Bruder Emil vor drei Jahren Junioren-Weltmeister wurde, nach vorn. Den Briten Harry Hudson, der in der drittletzten Runde nach einer Soloattacke davonfuhr, konnten sie nicht mehr einholen, aber die direkten Verfolger wurden auch dank des deutschen Teams wieder gestellt.
Als sechs Kilometer vor dem Ziel, am Anstieg zur Cote Kigali Golf, der Spanier Benjamin Noval, der Pole Jan Michal Jackowiak und der Franzose Johan Blanc aus dem Verfolgerfeld attackierten, musste Herzog aber reißen lassen.
Blanc und Jackowiak konnten sich hinter Hudson die weiteren Medaillen sichern, Mauss und Benz fuhren 24 Sekunden hinter Sieger Hudson auf den Plätzen neun und zehn ins Ziel, Karl Herzog komplettierte als 16. (54 Sekunden Rückstand) das gute Ergebnis der Deutschen. Und Zeno Levi Winter, der in der ersten Rennhälfte so bravourös gekämpft hatte, wurde 38. (8:39 Min.).
Reaktionen
Bundestrainer Marcel Franz: „Zwei Fahrer unter den Top-Ten sind ein gutes Ergebnis, aber eine Medaille wäre besser gewesen und das war unser Ziel. Das haben wir leider verfehlt. Beim letzten Angriff hatten wir nicht mehr die Frische, die nötig gewesen wäre, um ganz nach vorn zu fahren.“
Karl Herzog: „Es war ein sehr hartes Rennen. Ich bin im Finale zu viele Attacken mitgegangen, habe nicht genug gepokert und wurde dann am letzten Berg abgehängt. Es ist schade, dass wir keinen Fahrer ganz nach vorn bringen konnten, aber es ist schwierig, anderen zu helfen, wenn man selbst am Limit ist.“
Benedikt Benz: „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass er (Harry Hudson) so früh geht und durchkommt. Unsere Teamtaktik, alle Gruppen zu besetzen, war manchmal nicht umzusetzen, weil es zu viele Attacken gab.“
Moritz Mauss: „Es waren brutale Bedingungen, extrem warm. Das Rennen war lange offen. Schade, dass wir nicht das Ergebnis erzielen konnten, was wir uns erhofft hatten. Aber manchmal funktioniert es halt nicht.“
Zeno Levi Winter: „Wir wollten aufs Podium, haben mit einer Medaille geliebäugelt, aber es hat leider nicht geklappt. Ich habe sechs Runden lang versucht, alle Gruppen zu besetzen. Am Ende fehlte mir dann die Kraft.“
