Schon früh zeichnete sich ab, dass es nichts werden würde mit einer Top-Platzierung für einen deutschen Rennfahrer. Wie viele ihrer Konkurrenten im Peloton hatten auch drei der vier deutschen Starter Magen-Darm-Probleme. Der Weltradsportverband hatte sogar dafür gesorgt, dass Dixi-Klos entlang der Strecke aufgestellt wurden.
Felix Engelhardt, Jonas Rutsch und Georg Zimmermann plagten von Beginn an Magenschmerzen, so dass sie nicht die erhofften Leistungen zeigen konnten und vorzeitig aufgaben. Engelhardt stieg nach der fünften Runde vom Rad, Rutsch und Zimmermann in der achten. In der Nacht, so erzählt später der Teamchef Jens Zemke, sei es los gegangen mit den Magen-Darm-Problemen. Man habe alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, wisse nicht, was die Ursache war.
An der Spitze hielt sich tapfer Marius Mayrhofer, der sehr früh, bereits in der ersten Runde, an der Seite von Ivo Oliveira (Portugal) und Fabio Christen (Schweiz) attackierte und über viele Kilometer das Rennen in einer Siebener-Gruppe mit diktierte. Knapp zwei Minuten betrug der Vorsprung auf das Peloton, bevor Tadej Pogacar zum Gegenschlag ausholte und die Gruppe gestellt wurde.
Nach neun Runden war der Vorstoß beendet. Fast 150 Kilometer hat Mayrhofer stark an der Spitze gekämpft, dann war es vorbei. In Runde zehn war auch für ihn Endstation. „Er hat einen sehr guten Job gemacht, genauso hatten wir es abgesprochen,“ sagte Zemke. „Wir hatten das Rennen in Phasen eingeteilt. Danach sollten eigentlich Engelhardt und Zimmermann Position beziehen, aber da war für sie das Rennen leider schon zu Ende.“
Weitere Reaktionen:
Jonas Rutsch: „Es war wirklich eine würdige WM und eine tolle Stimmung. Aber es war auch eines der härtesten Rennen, dass ich je gefahren bin. Leider haben mich Magen-Darm-Probleme ausgebremst, und wie ich im Feld feststellen konnte, war ich kein Einzelfall. Mein Akku ist jetzt komplett leer. Meine Herzfrequenz ist gar nicht mehr runtergegangen. Da blieb nur die Aufgabe.“
Georg Zimmermann: „Nach einem Erfolg muss man immer mit fünf Misserfolgen rechnen, es sei denn, man heißt Tadej Pogacar. Ich hatte heute so einen Tag, wo nichts zusammenpasste.“
Marius Mayrhofer: „Es war ein brutal schweres und auch ein sehr schnelles Rennen. Uns war von Anfang an bewusst, dass es am Mount Kigali schwierig wird. Mir hat es dann den Stecker gezogen und es war mir unmöglich, weiterzufahren. Ich bin trotzdem zufrieden mit meiner Leistung. Ich habe alles gegeben, für mich persönlich war es ein positiver Tag, und diese WM zu fahren, eine sehr gute Erfahrung.“
Teamchef Jens Zemke: „Das ist das erste Mal in meiner Laufbahn als Sportlicher Leiter, dass ich den Motor abgestellt habe, bevor das Rennen zu Ende ist. Für die Jungs tut es mir unglaublich leid, das ist ganz traurig.“
