Brandau verteidigt Titel – Premiere für Brandl

Bei den Deutschen Cross-Country-Meisterschaften in Wombach hat Elisabeth Brandau aus Schönaich ihren Titel aus 2018 erfolgreich verteidigt. Bei den Männern setzte sich erstmals Max Brandl durch.

Brandau gewann mit 1:30 Minuten  Vorsprung auf Antonia Daubermann aus Gessertshausen und 3:02 Minuten vor der Freiburgerin Adelheid Morath. Die Titelverteidigerin übernahm bereits in der ersten von fünf kompletten Runden die Füh-rung und setzte sich rasch ab und fuhr ein einsames Rennen an der Spitze. In der letzten Run-de bekam sie zwar Gesellschaft von der alten und neuen U23-Meisterin Ronja Eibl (Coren-don-Circus), die eine Minute später gestartet war, doch das kümmerte Brandau wenig.

„Es ist ja schön, dass wir so starke Nachwuchs-Fahrerinnen haben und dass ich als zweifache Mutter nicht alles bestimmen kann. Hut ab auch vor Antonia, die den Sprung in die Elite ge-wagt hat und hier ein starkes Rennen gezeigt hat“, erklärte Brandau. „Ich bin happy meinen Titel verteidigt zu haben,“ so Brandau.

Auch Antonia Daubermann fuhr ein aktives Rennen, nachdem sie schon in der Startrunde einen Sturz überstanden hatte. „Sicher war der Schritt aufzusteigen mutig, aber ich habe mich heute gut gefühlt und bin in den Abfahrten sauber gefahren. Ich konnte mein Tempo fahren und das durchziehen“, meinte eine glückliche Silbermedaillengewinnerin.

Ronja Eibl aus Grosselfingen hat bei den Deutschen Cross-Country-Meisterschaften in Wombach hat ihren Titel in der U23-Kategorie verteidigt. Die 19-Jährige von der Schwäbischen Alb gewann souverän nach 1:06:26 Stunden mit 3:09 Minuten Vorsprung auf Nina Benz aus Laichingen und 4:37 Minuten vor Kim Anika Ames aus Hirzweiler.

Ronja Eibl (Corendon-Circus) war dem Rest der U23-Konkurrenz rasch enteilt und konnte auch die eine Minute vorher gestartete Elitekonkurrenz einholen. Doch das war nicht relevant. Brandau hatte ja sechs und nicht nur fünf Runden zu fahren wie Eibl. „Es war schon schwierig alleine zu sein“, sagte Eibl. „Darum bin ich einfach nur froh, dass ich den Titel verteidigen konnte“, erklärte sie und fügte mit einem Lachen hinzu: „Und dass ich für den Weltcup in Andorra die richtigen Trikots eingepackt habe.“

Bei den Männern hat sich Max Brandl aus dem Lohrer Stadtteil Sendelbach zum ersten Mal den Deutschen Meistertitel in der Elite geholt. Der 21-Jährige siegte mit 19 Sekunden Vorsprung auf den Essener Ben Zwiehoff und 30 Sekunden vor Markus Schulte-Lünzum aus Haltern. Titelverteidiger Manuel Fumic aus Kirchheim/T. belegte mit 1:30 Minuten Differenz Platz vier.

Im Ziel flossen beim Lokalmatadoren ein paar Tränen. Zum ersten Mal Deutscher Meister in der Elite zu werden und das auch noch vor heimischem Publikum, das berührte Max Brandl dann doch ziemlich. „Ich hatte schon 500 Meter vor dem Ziel Tränen in den Augen“, bekannte Brandl, nachdem er unzählige Umarmungen hinter sich gebracht hatte.

Das Publikum im Lohrer Stadtteil Wombach geriet ab Runde fünf von sieben aus dem Häuschen. Max Brandl, der nur die Anfangsoffensive seines Lexware-Teamkollegen Georg Egger (Obergessertshausen) nicht mitgehen „konnte und wollte“, war ansonsten in der Spitzengruppe vertreten und fuhr ein überlegtes Rennen. „Ich musste mich ein wenig zwingen, mir sagen: Max, es sind noch drei Runden, du musst jetzt keine Energie mehr sparen. Bis dahin bin ich sehr kontrolliert gefahren“, meinte er im Ziel mit einem selbstironischen Grinsen.

Am letzten Anstieg habe er noch mal „ziemlich gelitten“, aber dann seien es ja noch ein paar hundert Meter gewesen. „Unglaublich“, sagte er noch.

Es war ein Risiko gewesen in die Elite aufzusteigen, anstatt als Top-Favorit nach dem dritten U23-Titel in Folge zu streben. „Es ist toll, dass unser Training in den vergangenen drei Wochen so gut aufgegangen ist, da freut sich auch mein Trainer drüber“, so Brandl.

Ben Zwiehoff zollte Respekt und war nach Bronze 2018 diesmal mit Silber „sehr happy.“ Er habe von Anfang an gute Beine gehabt und meine Leistung ist völlig in Ordnung“, fand er. „Ich bin am Anfang nicht so gut bergab gekommen, am Ende lief es aber besser. Dafür, dass ich mein Training gar nicht so auf die DM ausgerichtet habe, ist das voll okay.“

Manuel Fumic blieb nur der vierte Platz. „Klar bin ich enttäuscht, aber auf der anderen Seite auch froh, dass ich wieder Licht am Ende des Tunnels sehe“, erklärte Fumic. Seit März hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, erst seit gut zwei Wochen lief es im Training wieder besser.„Ich habe nächstes Jahr noch eine Chance, aber ich freue mich auch für Max. Es ist einfach gut, dass so starke junge Leute nachkommen“, meinte Fumic.

In der Kategorie U23 Männer holte sich Simon Schneller aus Oberlengenhardt den Titel.  Der Nordschwarzwälder gewann 21 Sekunden vor seinen beiden Bulls-Teamkollegen Niklas Schehl (Braunsbach) und 45 Sekunden vor Leon Kaiser aus Monheim. „Ich war schon Vierter und Fünfter, deshalb bedeutet mir das sehr viel“, kommentierte Schneller ganz gelassen. „Die Strecke liegt mir einfach und hat super Spaß gemacht, auch vor dem Publikum. Tolle Veranstaltung, Danke an die RV Viktoria.“ Der ein Jahr jüngere Niklas Schehl versuchte zuerst noch Schneller hinterher zu jagen, registrierte dann aber rasch, dass sein Teamgenosse „vom Marathon einfach ein höheres Grundtempo“ hat. „Er kann einfach zehn Watt mehr treten“, meinte Schehl, der zufrieden war mit seinem Silberrang.

Lennart Krayer hat sich den Junioren geholt. Der Schwetzinger siegte nach 1:18:07 Stunden mit 22 Sekunden Vorsprung auf den Untermünkheimer Noah Neff und 1:51 Minuten vor Louis Krauss aus Neckartailfingen. Krayer übernahm schon früh im Rennen die Regie und drückte aufs Tempo. „Ich wollte in den technischen Passagen vorne sein, damit keiner vor mir einen Fehler macht“, erklärte Krayer im Ziel. An einem schlammigen Wiesen-anstieg riss Krayer in der vierten Runde die entscheidende Lücke. „Es war ein sehr hartes Rennen, von Anfang an. In der letzten Runde war ich einfach komplett am Limit“, erklärte Krayer, „aber es hat zum Glück gereicht.“

Bei den Juniorinnen eroberte sich Luisa Daubermann  (VC Lechhausen) den Titel  vor Emma Eydt (Queidersbach) und Kira Böhm (SV Ruedern).

Christopher Maletz und Manuel Lohr haben die Deutschen Meistertitel im Cross-Country der Masters eingefahren. Maletz  siegte in der Masters-Kategorie 1 souverän mit 1:48 Minuten Vorsprung auf Sebastian Mordmüller aus Remscheid und Tobias Kurz von Radsport Rhein-Neckar. In der Kategorie 2-4 war es Manuel Lohr, der den Vorjahres-Zweiten Jürgen Scholtes erneut auf den Silberrang verwies. Bronze ging an Sven Pieper (Grafschaft).

Bereits am Freitag fiel die Entscheidung im Eliminator Race  Der Fischerbacher Felix Klausmann hat sich dort zum ersten Mal in seiner Karriere einen Deutschen Meister-Titel geholt. Der Schwarzwälder gewann vor Silas Graf aus Untermünkheim und Lars Hemmerling aus St. Ingbert. Titelverteidiger Simon Gegenheimer war nach einem Sturz im Halbfinale ausgeschieden und wurde am Ende Fünfter.

„Das ist der größte Erfolg meiner Karriere“, jubelte Felix Klausmann nach einem überlegen geführten Finale der besten Vier. Eine Überraschung war der Sieg von Klausmann (Link Rad Quadrat) indes nicht. Mit einem zweiten und einem dritten Platz im Weltcup hatte er dieses Jahr schon stark aufgetrumpft.

Bei den Frauen verteidigte die Bayreutherin Lia Schrievers ihren Titel erfolgreich. In einem spannenden Finale verwies die U23-Fahrerin Nadine Rieder aus Sonthofen auf den Silberrang, die Bronzemedaille ging überraschend an Kim Ames aus Hirzweiler. „Am Dienstag lag ich noch mit Magen-Darm-Beschwerden im Bett, mein Trainer meinte, ich brauche gar nicht anzutreten. Das hier ist echt ein Wunder, da geht der Dank auch nach oben“, kommentierte Schrievers ihren zweiten Titelgewinn, mit dem sie beweisen konnte, dass ihr Sieg 2018 kein Zufall war. Seit dem Sieg in Kirchzarten war sie keinen Sprint mehr gefahren.

Im vierten Wertungsrennen der BDR Nachwuchs-Sichtung in Wombach hat es in der U17 die gleichen Sieger gegeben wie zwei Wochen zuvor in Gedern. Finja Lipp und Emil Herzog waren in Unterfranken nicht zu schlagen. Auch in der weiblichen U15 triumphierte mit Carla Hahn die gleiche Fahrerin, während es immerhin in der männlichen U15 einen Wechsel gab: Jonathan Frasch stand dort ganz oben auf dem Treppchen.

 

zum Foto: Elisabeth Brandau auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung.   Foto: Goller (im Rahmen der DM-Berichterstattung kostenfrei nutzbar)

 

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