Ronja Eibl holt Bronze

Am vierten und letzten Tag der MTB-Europameisterschaften in Novi Sad in Serbien gab es die dritte Bronzemedaille für den Bund Deutscher Radfahrer. Ronja Eibl aus Grosselfingen wurde Dritte im Rennen der weiblichen U23. 

Die Deutsche kam 1:37 Minuten hinter der Siegerin Mona Mitterwallner aus Österreich und eine Minute hinter der Niederländerin Puck Pieterse ins Ziel. Mitterwallner setzte sich früh an die Spitze und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Auch Pieterse fuhr an Eibl vorbei, die sich im Laufe des Rennens bemühte, den Rückstand aufzuholen. Doch die Dänin Caroline Bohe, mit der sie eine Zeit lang gemeinsam unterwegs war, leistete keine Führungsarbeit, so dass Eibl allein für Tempo sorgen musste, aber dem Spitzenduo nicht näherkam.

„Ich bin froh, dass es endlich zu einer Einzelmedaille gereicht hat. Mit der Hitze kam ich diesmal gut klar, wohl auch, weil ich aus Tokio kam und mit dort schon an solche klimatischen Bedingungen gewöhnt hatte. Das war heute nicht der beste Kurs für mich, ich mag es lieber, wenn es mehr Höhenmeter hat. Aber ich habe unterwegs gemerkt, dass ich an Kraft zugelegt habe“, sagte Eibl im Ziel.

Leonie Daubermann als Sechste und ihre Schwester Luisa, die noch einen Plattfuß beheben musste, als Zwölfte rundeten das gute Abschneiden der deutschen U23-Frauen bei dieser EM ab.

Im Rennen der weiblichen Elite kam die einzige deutsche Starterin, Nina Benz aus Freiburg (Jb Brunex Superior Factory Racing) als Zwölfte ins Ziel. Zum zweiten Mal in Folge Europameisterin wurde Pauline Ferrand-Prevot, die sich schon früh allein an die Spitze setzte und ihre ungefährdeten Titelverteidigung entgegenfuhr. Die beiden Niederländerinnen Anne Terpstra und Anne Tauber holten Silber und Bronze.

Nina Benz: „Ich kann auf jeden Fall zufrieden sein, Platz zwölf in meinem ersten Elitejahr ist ein gutes Ergebnis. Ich habe einen guten Start erwischt, dann aber, als es durchs Tor ging, gab es einen Sturz vor mir, weshalb ich viel Zeit verloren habe. Trotzdem habe ich mich entschieden, weiter mein Tempo zu fahren. Und das war schlau, denn ich konnte Stück für Stück wieder aufholen und mich auf den zwölften Platz vorfahren. Ich bin keine Fahrerin, die Hitze liebt, aber ich bin trotzdem heute gut zurechtgekommen.“

Auch im Eliterennen der Männer wussten die deutschen Teilnehmer zu überzeugen. Georg Egger (Lexware MTB Team) gehörte sehr lange zur Spitzengruppe um den späteren Sieger Lars Forster (Schweiz). Am Ende wurde es Platz acht, 46 Sekunden hinter Forster. Luca Schwarzbauer (Lexware MTB Team) und Maximilian Brandl (Lexware MTB Team) lieferten sich einen packenden Sprint um Platz zehn, den Schwarzbauer knapp vor Brandl gewann. Niklas Schehl (Team Bulls) belegte Platz 13. Vier Fahrer unter den ersten 15, das ist ein starkes Ergebnis.

Die Medaillen gingen an die Schweiz (Gold Forster und Bronze Colombo) und Dänemark (Carstensen). Somit bleibt es bei drei Bronzemedaillen, die der BDR bei dieser EM gewinnen konnte. Nun bereitet sich die Mannschaft in fast unveränderter Bestzung auf die Weltmeisterschaften Ende August in Val di Sole vor.

weitere Stimmen:

Georg Egger: „Auch wenn wir Kumpels sind: „Ich freue mich, dass ich auch mal wieder bester Deutscher bin. Ich glaube, dass mir das persönlich auch richtig gut tut. Die Strecke kam mir sehr entgegen, schon flach, breit. Daher war es mir wichtig, gerade auf einem solchen Kurs etwas abzuliefern, um mein Selbstvertrauen wieder zu finden. In der dritten Runde habe ich sogar mal kurz das Rennen angeführt.“

Luca Schwarzbauer: „Ich musste 102 Prozent geben, es war brutal, die Hitze war gar nicht mein Ding, aber die Strecke lag mir ganz gut. In der ersten, zweiten Runde habe ich ein bisschen den Zug verpasst. Aber ich war, wie bei allen wichtigen Rennen mit vorn dabei. Mir fehlt noch der Ausreißer nach oben. Aber zehnter bei einer EM zu werden, darauf bin ich stolz, zumal es mir in der Woche nicht so gut gegangen ist.“

Max Brandl: „Das Rennen war ok, auch wenn ich gern nach der ersten Runde noch weiter vorn gewesen wäre. Aber mit dem elften Platz bin ich sehr zufrieden. In der zweiten Rennhälfte habe ich ein paar gute Hinterräder gefunden, die mich gut gezogen haben. Und konnte taktisch besser fahren. Die Hitze war brutal. Ich habe pro Runde fast einen Liter Wasser verbraucht. Wahnsinn, was man bei dieser Hitze trinkt.“

Niklas Schehl: „Ich habe mich extrem gut gefühlt, bin von allen Deutschen am weitesten hinten gestartet, ich glaube so Platz 50. Von 50 auf 13 vorzufahren, das ist schon eine geile Nummer, und ich bin total froh, dass sich die Arbeit der letzten drei Wochen sich ausgezahlt hat.“
 

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